LIBERTAS FörderPartnerBrief Herbst 2017 Empfehlung

Liebe LIBERTAS-Förderpartner,

die Krise unserer Alterssicherungssysteme sorgte auch in 2017 weiterhin für Schlagzeilen und das Stichwort „Altersarmut“ war Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen in den Leitmedien und auf der politischen Bühne.

Im Alter sorgenfrei leben?

Bis vor wenigen Jahren noch ein eher seltenes Thema, doch Minijobs, geringe Lohnentwicklung und Arbeitslosigkeit haben seit den 90-iger Jahren immer mehr Menschen kennengelernt und viele von ihnen kommen schon relativ bald ins Rentenalter. Hinzu kommt, dass diverse Reformen im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung faktisch eine Rentenkürzung bedeuten.
Insbesondere wurde bis 2030 die Absenkung des Rentenniveaus auf 43 % festgeschrieben, was die Lebenssituation der künftigen Rentner noch weiter verschärfen wird.

Private Altersvorsorge als Ausweg?

Schon in der Vergangenheit war es für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen nicht möglich, zusätzlich privat für ihr Alter vorzusorgen. Neben Arbeitslosigkeit, dem dramatischen Anstieg von Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen und „Minijobs“ ist hierfür die äußerst geringe Lohnentwicklung hauptverantwortlich.
Ähnlich drastisch ist die Entwicklung in der privaten Altersvorsorge. Auch die staatliche Förderung läuft völlig ins Leere, da die hohen Kosten und die Niedrigzinsen eine vernünftige Rendite verhindern. Zudem wird die staatliche Förderung vorwiegend von Personen in Anspruch genommen, die bereits ein hohes Einkommen aufweisen.

Vor allem anderen belastet die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in nie dagewesenem Ausmaß die deutschen Sparguthaben. Um der Banken- und Staatsschuldenkrise Herr zu werden, hatte die Notenbank 2009 in nur wenigen Monaten die Leitzinsen radikal nach unten korrigiert – und in den Folgejahren weiter gesenkt. Die Anlagezinsen folgten ihnen in den Keller. Viele Deutsche waren nach den Rentenreformen 2001 und 2004 dem Aufruf der Regierung gefolgt, mehr privat vorzusorgen. Mit 94,2 Millionen Leben-, Renten- und Risikopolicen hatten die Deutschen 2005 so viele Vorsorgeverträge wie nie zuvor. Mehrere Millionen Lebens- und Rentenversicherungen waren seit 2000 jedes Jahr dazugekommen. Doch statt von nachhaltigen Erträgen im Alter zu profitieren, müssen Kunden sich künftig mit deutlich kleineren Renditen als früher zufriedengeben. Weil die bei Versicherern bevorzugten sicheren Anlagetitel immer weniger Zinsen abwerfen, sinkt auch die laufende Verzinsung auf die Sparbeiträge – also die Garantieverzinsung plus der Überschussbeteiligung – immer weiter ab.

Und das schlimmste: Eine Besserung ist nicht in Sicht!

Bereits jetzt schon können immer mehr alte Menschen in Deutschland ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Zu diesem Ergebnis kommen Analysten der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem aktuellen "Schuldneratlas". Ein auffälliger Trend in den Daten ist die steigende Zahl überschuldeter Menschen über 70. In dieser Altersklasse haben 174 000 Menschen zu viel Schulden, das sind 25 000 mehr als noch 2015. In der Beratungspraxis unseres Vereins „LIBERTAS“ ist in den letzten Jahren eine Zunahme der Anfragen überschuldeter Menschen im Rentenalter festzustellen. Auch wenn bei dieser Personengruppe in der Regel aus alters- und/oder gesundheitlichen Gründen keine Erwerbsperspektive mehr besteht, kann in den meisten Fällen durch eingehende Beratung und hartnäckigen Verhandlungen mit den Gläubigern eine Lösung gefunden werden, welche für die Betroffenen eine deutliche Verbesserung gegenüber der Ausgangssituation darstellt.

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Aus der Praxis der Schuldnerberatung (anonymisiertes Fallbeispiel):

Herr J. selbstständig, 50 Jahre alt, geschieden, 2 Kinder, wurde im Februar 2011 Klient von Libertas und beantragte die Insolvenz. Alles begann 1997 sehr verheißungsvoll. Mit der Gründung einer Internetagentur wurde damals in ein gutes Geschäftsfeld investiert und die Erfolge stellten sich bald ein. Bereits 4 Jahre später wurde weiter expandiert und gemeinsam mit 2 Geschäftsfreunden ein Systemhaus gegründet (EDV-Großhandel, Internetagentur, Schulungszentrum) um mit der wachsenden Zahl guter Kunden die Geschäfte zu erweitern. Dann verstarb 2005 ganz plötzlich einer der Geschäftspartner im Urlaub. Wie vielfach, waren auch bei den Freunden im Gesellschaftsvertrag keine Regelungen für solche Eventualitäten vorgesehen. Durch Auszahlungsforderungen der Hinterbliebenen, Übernahme von anteiligen Finanzverpflichtungen des verstorbenen Partners, Verlust von Know-how und Man-Power begannen die Probleme. Innerhalb eines guten Jahres musste alles rückabgewickelt werden. Herr J. konnte mit seiner Internetagentur zunächst einiges an finanziellen Verpflichtungen auffangen, aber der Schuldenberg wuchs ab 2006 unaufhaltsam. Trennung und Scheidung kamen hinzu, Notverkauf des Eigenheims und Rückgang der Einnahmen ließen den Druck stetig steigen.
Letztlich wurschtelte er sich weitere ca. 5 Jahre durch, immer in der Hoffnung, dass die Sache zu retten zu sei und auch von dem Ansporn getrieben, nicht aufgeben zu dürfen und sich nicht als Versager zu erleben. Ende 2010 kam dann aber der wirtschaftliche Zusammenbruch, nachdem diverse Gläubiger nicht mehr stillhalten wollten. Die Verschuldung belief sich zu diesem Zeitpunkt auf rd. 118.000 €.
Fallbeispiel
Im Februar 2011 war nach kurzer Bestandaufnahme und Beratung klar, dass eine Insolvenz unvermeidbar sein würde. Alles lief dann sehr geordnet und zügig ab. Der beauftragte Insolvenzverwalter willigte ein, dass Herr J. weiterhin selbständig seine Internetagentur betreibt (inzwischen war über einen alten Kunden auch Betrieb und Betreuung einer Online-Verkaufsplattform entstanden) und damit Einkünfte erzielen kann. Er legte eine sehr moderate mtl. Abführungssumme zur Schuldentilgung fest, so dass Herr J. nach Abzug seiner Geschäftskosten eine gesicherte finanzielle Lebensgrundlage blieb.
Strategie
Bis heute konnte er so ohne Angst vor Gläubigerverfolgung und Druck sein Geschäft führen. Im April 2017 kam die Mitteilung, dass die Zahlungsverpflichtung an den Insolvenzverwalter beendet ist und die Restschuldbefreiung ausgesprochen werden wird.
Dirk sieht es in der Nachschau als besten Schritt, den er damals tun konnte. Heute kann er von seinem Geschäft zufriedenstellend leben und sieht sorgenfrei in die Zukunft.
Ergebnis

Es grüßt Sie für die Mitglieder, Mitarbeiter und den Vorstand

Ihr Gerhard Schreiber
(Stellvertretender Vorsitzende)

  Foto Gerhard Schreiber

 Sehr geehrte Interessenten und Förderer,

Mein Name ist Waldemar Junior, ich bin 66 Jahre alt, verheiratet und wohnhaft in Hohenbrunn b. München. Meine selbständige berufliche Tätigkeit liegt im Bereich der Personalentwicklung für Unternehmen in unterschiedlichen Branchen. Ein Schwerpunkt bilden Seminare und Workshops mit Führungskräften und Mitarbeitern zur Sicherheit und Gesundheit in der Arbeit.

Roland Huwer, den Vorsitzenden der Libertas e.V. kenne ich bereits seit über 15 Jahren und so war ich schon zur Gründungszeit des Vereines im Jahr 2005 zunächst passiv in die Entstehungsgeschichte eingebunden. Später kam mein Mitwirken im Beirat dazu und seit 2016 bin ich zum 2. Vorsitzenden gewählt worden.

Im Verlauf der Jahre durfte ich sehr segensreiches Wirken der Libertas erleben. Auch im persönlichen Verwandtschaftskreis wurde erfolgreich ein Insolvenzverfahren abgewickelt. Im Rahmen eines weiteren ehrenamtlichen Engagements bei der Stadt München habe ich vielfach die Hilfestellung des Vereins vermitteln dürfen und so zu einer Reihe positiver Schuldenregulierungen betragen können.

Mein persönlicher Dank gilt immer wieder Ihnen – liebe Förderpartner. Denn nur durch Ihre finanzielle Unterstützung können wir bis heute unsere Arbeit so erfolgreich durchführen. Bleiben Sie uns treu.

Ihr
Waldemar Junior
2. Vorsitzender

 

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