LIBERTAS FörderPartnerBrief Pfingsten 2017 Empfehlung

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Liebe LIBERTAS-Förderpartner,
Wir treten gemäß unseres Auftrags dann in Aktion, wenn Menschen in finanzielle Not geraten. In der Regel geht dies mit einer Überschuldung unserer Klienten mit ganz unterschiedlichen Ursachen einher. In der heutigen Ausgabe des Info-Briefes wollen wir Sie zunächst mit Bezug auf die Überschuldungsstatistik 2016 näher zu dieser Thematik informieren. Aber auch wieder anhand von Fallbeispielen Einblicke in unsere tägliche Beratungsarbeit und mögliche Ergebnissen der konkreten Schuldnerhilfe geben.

Das Statistische Bundesamt erstellt jährlich auf der Basis von Befragungen der Insolvenz- und Schuldnerberatungen eine Zusammenschau über die Überschuldungsursachen im Land. Für die aktuelle Statistik waren das Daten von 113.000 Personen. (Das sind 18% von insgesamt 647.000 Personen, die die Beratungsstellen 2015 in Anspruch genommen haben.)
Beim Begriff „Überschuldung“ reicht die Bandbreite von Menschen, die psychisch und finanziell derart überfordert sind, dass sie ihre Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen können bis hin zu Personen, deren Einkommen und auch vorhandenes Vermögen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr decken.

Diagramm FPB 2017 05 31Das Schaubild der Verschuldungsgründe widerlegt sehr eindrücklich die allgemein landläufige Meinung, dass „die Leute selber schuld sind“ an ihrem finanziellen Debakel. Im Gegenteil:
Überschuldung durch unangemessenes Konsumverhalten wurde nur in elf Prozent der Fälle als Hauptursache genannt. Bei sieben Prozent lag es an dem auf lange Sicht unzureichenden Einkommen.
In der Regel sind es also die unplanbaren und gravierenden Änderungen der Lebensumstände, wie Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Problem oder Trennung / Tod des Partners (fast 50%), die zum Auslösern der Überschuldung werden. Genau diese Ursachen außerhalb der unmittelbaren Kontrolle der Menschen erleben wir es auch in unserer täglichen Arbeit.

Am häufigsten betroffen sind Junggesellen und Single-Mütter. Alleinlebende Männer bilden mit einem Anteil von 30 Prozent die größte Gruppe, während ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur 18 Prozent beträgt.

Ebenfalls überproportional vertreten sind alleinerziehende Frauen: Sie machten 14 Prozent der beratenen Personen aus, bei einem Bevölkerungsanteil von nur sechs Prozent. Besonders häufig überschuldet sind 25- bis 44-Jährige. Die jüngeren Schuldner drücken vor allem hohe Verbindlichkeiten bei Handy-Anbietern.
Wichtigste Gläubiger sind mit 44 Prozent die Banken. Es folgende öffentliche Gläubiger, darunter Finanzämter, Krankenkassen und Inkassobüros.
Der SCHULDNERATLAS 2016 zeigt bei alldem einen weiteren Anstieg überschuldeter Personen auf nunmehr 6,85 Mio. Damit ist rd. 10 Prozent (!) der erwachsenen Bevölkerung überschuldet. Am stärksten trifft es die Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren: Hier sind es 19,2 Prozent Überschuldungsquote. Nach Einschätzung der Experten ist auch in Zukunft nicht mit einer nachhaltigen Entspannung der privaten Überschuldungslage in Deutschland zu rechnen. Eher muss noch von einem weiteren Anstieg ausgegangen werden.
Die Arbeit geht uns also nicht aus und Ihre finanzielle Unterstützung, liebe Förder-Partner, wird uns weiterhin segensreich wirken lassen.

 logo libertas
Hier nun ein Beispiel aus unserer Beratungsarbeit: Johann, 45 Jahre alt, verheiratet, alleine lebend, wandte sich Anfang 2017 hilfesuchend an Libertas.
Johann ist berufstätig und verdient zur Zeit etwa 1.700 Euro netto. Die Kosten mehrfach berufsbedingter Wohnungswechsel in den letzten 20 Jahren und die Anschaffung eines PKW wurden mit Kredit finanziert. Die Bedienung der Kredite war Dank zweier Vollzeiteinkommen über lange Jahre völlig problemlos.
Vor ca. 4 Jahren erkrankte die Ehefrau von Johann plötzlich und unerwartet schwer, was letztlich zum Verlust ihres Arbeitsplatzes und zu ihrer Unterbringung in einem Pflegeheim führte. Zunächst konnte Johann M. die laufenden Kredite noch bedienen, als er Mitte 2016 aufgrund Kündigung seines Arbeitgebers eine neue Arbeitsstelle mit weniger Gehalt antreten musste, konnte er nur noch durch Überziehung seines Girokontos bis zum Limit seinen Zahlungsverpflichtungen noch halbwegs nachkommen.
Um Schulden zu tilgen machte Johan also neue Schulden. Damit wurden seine finanziellen Verpflichtungen ständig größer und selbst eine festgeschriebene Rückzahlungsrate hätte Ihn 25 Jahre lang gebunden, was angesichts der ständig steigenden Zuzahlungen für die Pflegekosten der Ehefrau auf Dauer nicht zu bewerkstelligen gewesen wäre.
Fallbeispiel
 Entsprechend unserem Rat hat Johann sogleich die Zahlungen an die beiden Gläubigerbanken eingestellt. Aufgrund dessen konnte mittels Ratenzahlungsvereinbarungen mit Stromversorger und Vermieter die drohende Stromsperre und der Verlust der Wohnung verhindert werden.
Um die bevorstehende Pfändung seines auf dem Konto eingehenden Arbeitslohns zu verhindern, wurde parallel sogleich ein Pfändungsschutzkonto eingerichtet. Nunmehr hat sich die Situation bei Johann deutlich entspannt. Er kann sein Leben endlich wieder ohne Angst vor Verlust seiner Wohnung und damit letztlich seiner Existenz führen.
Strategie
Zwar wird ein Insolvenzverfahren durch die derzeit noch hartnäckige Haltung der beiden Gläubigerbanken aller Voraussicht nach unausweichlich werden, jedoch weiß Johann, dass ein solches Verfahren für ihn vor allem die Möglichkeit eines Neuanfangs bedeutet. Ergebnis
     
„Liebe Libertas Leser und Freunde. Mein Name ist Gerhard Schreiber, ich bin 55 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder, und seit 2005 für die LIBERTAS Zweigstelle in Königsbrunn in der Schuldnerberatung tätig. Als mir seinerzeit Herr Roland Huwer das Projekt vorstellte und mich fragte, ob ich mir eine Mitarbeit vorstellen könnte, war ich spontan begeistert. Aus meiner damaligen langjährigen Tätigkeit als Rechtsanwalt kannte ich die Sorgen und Nöte der von finanziellen Problemen betroffenen Menschen und vor allem der Familien mit Kindern sehr gut. Und auch die Tatsache, dass diesen Menschen trotz etlicher Angebote für die Schuldnerberatung aus den verschiedensten Gründen oftmals nicht ausreichend geholfen werden konnte. Sei es mangels ausreichender Kapazitäten oder weil in schwierigen Fällen eine fachlich kompetente Beratung nicht gewährleistet war.   Unsere Mitarbeiter

Foto Gerhard Schreiber

 

 

 

 

 

 

 

Gerhard Schreiber
(Jur.Ass.)

Umso mehr hat mich das Konzept der LIBERTAS überzeugt. Nämlich das „Know-How“ von Mitarbeitern unterschiedlicher Berufsgruppen zu bündeln, speziell von Personen mit juristischen, finanzwirtschaftlichen, pädagogischen und betriebswirtschaftlichen Hintergrund.
Aufgrund dessen war und ist der LIBERTAS eine ebenso fachlich kompetente wie umfassende Beratung der von finanzieller Not betroffenen Menschen ermöglicht.

Wichtig war mir dabei stets auch, dass sich das Aufgabenfeld nicht nur auf die Hilfe für bereits von finanziellen Problemen betroffenen Menschen erstreckt, sondern auch Maßnahmen der Prävention ein wesentlicher Teil der Strategie der LIBERTAS ist.
So können beispielsweise Menschen im Rahmen der angebotenen Finanzkurse den richtigen Umgang mit Geld lernen. Hierzu gehört u. a. dass den Teilnehmern des Finanzkurses vermittelt wird, wie wichtig es ist für sich und seine Familie einen Haushaltsplan zu erstellen und dies nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch praktisch vorgeführt wird. Ein weiterer Schwerpunkt des Finanzkurses ist es zu lernen in welchen Bereichen finanzielle Einsparpotentiale vorhanden sind und wie man diese am besten nutzen kann.

Wenn ich zurückblicke, wie vielen Menschen LIBERTAS in den zurückliegenden Jahren aus zum Teil existenzgefährdenden Krisen helfen konnte, bin ich stolz und dankbar, dass ich den Verein durch meine Mitarbeit mit unterstützen durfte.

Ich möchte Sie als Leser dieser Zeilen ermutigen, sich für die Schuldnerberatung mit zu engagieren. Dies ist auf vielfältige Weise möglich, sei es durch Übernahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit oder in Form von Spenden.

Ihr Gerhard Schreiber“

 
     
Geld, das Sie für unseren Verein spenden, ist nicht verloren, sondern hilft Menschen wieder hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien weiterhin Gottes Segen und sein Geleit. Für die Mitglieder, Mitarbeiter und den Vorstand

Ihr Waldemar Junior (Vorstand)

 Junior Infobrief Pfingsten web

Waldemar Junior
(Vorstand)

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